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10.02.2023

Zeitungsartikel zur Münsterbauhütte - Kleiner Löwe für große Aufgaben


Neue Leiterin der Münsterbauhütte (v.l.): Klaus Knödler, Paul Waldenmaier, Anke Groß und Robert Kloker

Die Restaurierung des Treppenturms an der Münster-Südseite soll im Frühjahr fertig werden. Zur Finanzierung wird unter anderem eine in der Münsterbauhütte gefertigte Klein-Skulptur, ein stilisierter Löwe vom Johannisturm, beitragen, die Interessierte für 125 Euro kaufen können. Alles Aufgaben der neuen Leiterin der Münsterbauhütte, Anke Groß. Sie ist jetzt offiziell im Amt, nachdem ihre Vorgängerin Adelheid Maria Weber im Dezember ausgeschieden ist.

Schon ab Februar vergangenen Jahres war Anke Groß kommissarische Leiterin, vertrat ihre erkrankte Kollegin. Der Münsterbauhütte gehört die gebürtige Gmünderin Anke Groß schon seit 2016 an. „Sie ist nun Leiterin in einem bewährten Team“, sagt Münsterpfarrer Robert Kloker bei der Vorstellung am Mittwoch. Zielstrebig habe sie den Berufsweg verfolgt, die Ausbildung zur Steinmetzin und Steinbildhauerin mit der Gesellenprüfung abgeschlossen.

An der Meisterschule in Kaiserslautern erwarb Anke Groß, die in wenigen Tagen ihren 30. Geburtstag feiern wird, den Meistertitel und jüngst erreichte sie auch den Abschluss zur staatlich geprüften Restauratorin im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk.

Robert Kloker ist froh über die Stellenbesetzung, denn „so einfach sind qualifizierte Kräfte dafür nicht zu bekommen“, sagt er. Das liege nicht zuletzt an der Besoldung, „die in keinem Verhältnis zur geforderten Qualifikation und Leitungskompetenz steht“. Anke Groß bringt viel Wissen mit, war unter anderem an der Zwinger-Bauhütte in Dresden tätig. Dort sammelte sie vor allem Erfahrung im Steinaustausch. „Die haben ein so großes Salzproblem, wie wir es am Münster nie bekommen werden“, ist sich die neue Leiterin der Hütte sicher. Weil man dort vor 100 Jahren Ölfarbe angebracht habe, die später abgelaugt wurde, sei das Problem entstanden. Nach Schwäbisch Gmünd kam sie aus anderem Grund: „Die Wasserspeier am Münster haben es mir angetan“, sagt sie und freut sich schon, wenn sie im Frühjahr wieder dort oben arbeiten kann.

Kostenintensive Sanierung

Schon bald wird Anke Groß intensiveren Kontakt mit den Wasserspeiern haben. Nach Abschluss des dritten Bauabschnitts im Frühsommer dieses Jahres, so informiert Münsterarchitekt Paul Waldenmaier, wandert das Gerüst an die Nordseite des Münsters. Dort sind aktuell mehrere Wasserspeier notgesichert, damit sie nicht abstürzen. Bis Sommer 2026 wird das Gerüst abschnittsweise an der Nordseite angebracht. Dann werde man unter anderem die Wasserspeier genau untersuchen. Sollte eine Restaurierung der am meisten beschädigten Exemplare nicht mehr möglich sein, müsse eine Nachfertigung eingebaut werden. Das könnte eine größere Herausforderung werden, weil Wasserspeier durchaus zwei Meter und mehr groß sind, weil der größte und volumenreichste Teil im Mauerwerk verankert ist.

Das alles ist nicht nur zeitaufwendig, sondern auch kostenintensiv. Ob die zu Beginn der aktuellen bis 2030 vorgesehenen Sanierung veranschlagten 4,8 Millionen Euro dafür ausreichen werden, ist nach Worten von Klaus Knödler, Leiter des katholischen Verwaltungszentrums, mehr als fraglich. Bis jetzt wurden rund eine Million Euro verbaut, dabei könnten die Kosten für den Treppenturm an der Südseite noch steigen. Zu groß waren die Schäden im dortigen Dachbereich.

Das Geld schüttelt die Münstergemeinde nicht aus dem Ärmel. Robert Kloker betont, wie wichtig die verschiedenen Geldgeber für das Münster sind. Auch die Stadt Schwäbisch Gmünd zählt dazu, die bis jetzt zehn Prozent der veranschlagten Kosten übernimmt. „Wir hoffen, die Stadt wird sich nun prozentual an den tatsächlichen Kosten beteiligen“, sagt er.

Kleine Skulptur soll helfen

Mit im Boot sind das Denkmalamt, die Diözese, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. 300 000 Euro gab‘s aus einem Sonderprogramm des Bundes. Wichtig ist Kloker vor allem der Münsterbauverein. Nur mit Sonderaktionen könne man die weiteren nötigen Summen zusammenbringen. Der Verkauf eines in der Münsterbauhütte gefertigten Löwen soll dazu beitragen. Von den 125 Euro, die die Skulptur kostet, bleiben 50 Euro für die Münsterrestaurierung.

Quelle:
Gmünder Tagespost, 09.02.2023
64. Jahrgang, Nummer 033, S. 10
Autor: Kuno Staudenmaier

Maße Löwe:
29cm breit
13cm tief
23cm hoch
5-6 Kilo
Er besitzt auf der Rückseite einen Aufhänger, sodass auch eine Befestigung an der Wand möglich ist

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